Das Stürzen eines Monuments kann in manchen Fällen auch eine Form von „kulturellem Erben“ sein: Laut der Denkmalschützerin und Kunstwissenschaftlerin Johanna Blokker seien Denkmäler – entgegen der üblichen Annahme, eben nicht „heilig“ oder „unantastbar“. Vielmehr gehe es der Denkmalpflege darum, Objekte zu erhalten, damit diese von der jeweiligen Generation „geerbt“ und damit neu hinterfragt und interpretiert werden können. Ein Denkmalsturz kann als historisches Ereignis dokumentiert und die Zerstörung damit zum Teil der Geschichtsschreibung des Ortes werden. (3) Auch die Künstlerin Daniela Ortiz beschreibt den Akt der Zerstörung eines Denkmals als eine Handlung, die Geschichte schreibt. (4)

(3) vgl. Blokker, Johanna (2022, 23.September). “Erinnerungskultur in Veränderung
Expert*innentag zum Umgang mit dem 39er Denkmal auf dem Reeser Platz in
Düsseldorf”. Abgerufen am 29.05.2023, von https://www.youtube.com/watch?v=WwF83vaGJ58
(4) Santos Mateo, Juan José: “Anti-Colonial Monuments: An Interview with Daniela Ortiz” (2020); https://www.berlinartlink.com/2020/08/25/anti-colonial-monuments-an-interview-with-daniela-ortiz/ (letzter Aufruf 10.03.2023)