Der Kunsthistoriker Arnold Bartetzky sagt: „Liberale Gesellschaften sollten es ertragen, dass nicht alles, was im öffentlichen Raum steht, unserem heutigen Weltbild entspricht. Das ist doch genau das, was uns von Diktaturen und autokratischen Regimen unterscheidet.“ (1)
​​Kritiker*innen von Denkmälern sollten sich den Werten der Aufklärung widmen und Toleranz zeigen, auch für etwas, das nicht zu tolerieren ist. Gerade eine urbane, linksliberale Kultur zeichnet sich eigentlich dadurch aus, dass sie Widersprüche als belebend wahrnimmt, statt die Geschichte nach ihrem Bild glatt zu kämmen. Denkmalstürze wären eine Bedrohung der Kunstfreiheit, und ein Schritt in die Welt von Tabuisierung und Verboten, meint Hanno Rauterberger. Die Haltung Dinge verschwinden lassen zu wollen, reaktiviert eine vormoderne Tradition, die in der Kunst vor allem etwas Dekoratives, Angemessenes und Anpassendes schätzt. (2)

(1) Schlagwein, Felix: „Was tun mit umstrittenen Denkmälern”.(2020) unter: https://www.dw.com/de/was-tun-mit-umstrittenendenkm%C3%A4lern/a-53840343 (abgerufen am 10.04.2023).
(2) Rauterberger, Hanno: „Ein Land im Kunstkrieg”, DIE ZEIT Nr. 35/2017(2017).