Die Hingabe des Hasses macht die alten Skulpturen wieder lebendig und verleiht den Monumenten damit eine neue Macht, sagt der Journalist Hanno Rauterberger. Es wird über sie berichtet und sie werden Teil einer Debatte. Je eiliger die Ehrenmale in die Museen gebracht werden, desto empörter bestehen Konservative auf den Verbleib der Skulpturen. Durch diesen Protest verändert sich die Macht, die den Monumenten inne liegt. Dabei geht es nicht mehr um Denkmäler selbst. Denn der Abriss würde keines der Probleme, wie Rassismus, Aufarbeitung der Geschichte und Sichtbarkeit verschiedener Personengruppen lösen.
Die wahre Macht, die der Entscheidungsträger*innen, hält sich in der Debatte heraus und überlässt umstrittenen Denkmälern einen Konflikt, der eigentlich politisch gelöst werden müsste. (1)

(1) Rauterberger, Hanno: „Ein Land im Kunstkrieg”, DIE ZEIT Nr. 35/2017(2017).