„Denkmäler, die Kolonialisten, Sklavenhändler und die Ausbeutung von nichtweißen Menschen glorifizieren, haben im Jahr 2020 nichts im öffentlichen Raum verloren.“ (1), schreibt der Journalist und Autor Mohamed Amjahid. Doch was ist eigentlich der öffentliche Raum? Der Aktivist und Autor Paul B. Preciado hinterfragt diesen Begriff, indem er schreibt: „Die Straßen gehören uns nicht und haben uns auch nie gehört. Ebenso wenig die bedeutenden Körper, die den Denkmalstatus rechtfertigen. Tatsächlich gibt es in patriarchalen Gesellschaften mit kolonialem Erbe keinen wirklich ‚öffentlichen Raum‘.“ (2) Vielmehr, so argumentiert Preciado, gäbe es einen Raum, der durch verschiedene Diskriminierungs-Formen unterteilt ist. Einen Raum, „in dem sich nur der weiße, männliche, heterosexuelle, nichtbehin­derte, nationalstaatlich legitimierte Körper als vollwertiger Bürger bewegen kann.“ (3) Wer legt fest, welche Denkmäler innerhalb des „öffentlichen“ Raumes aufgestellt sind und wessen Erinnerung wird erzählt?

(1) Amjahid, Mohamed: “Ja, Mahnung und Glorifizierung sind leicht zu verwechseln” (2020); https://fluter.de/pro-contra-kolonial-denkmaeler-abreissen; (letzter Aufruf 10.03.2023)
(2) Preciado, Paul B.: „Wenn Denkmäler stürzen“ (S.156 ff), in: arch+ Ausgabe Nr. 246, (Berlin, 02/2022) S.157
(3) ibid.