Welche Körper werden zum Monument erhoben? Die Auswahl der Personen und die Wahl der Darstellungsform ist in Anbetracht der Langlebigkeit und der Symbolträchtigkeit eines Monuments eine bewusst getroffene Entscheidung. Mangelnde Repräsentation der Vielfalt der Gesellschaft, sowie diskriminierende Darstellungen bestimmter Personengruppen sind darum ein weiterer Kritikpunkt an Monumenten. Es ist ein performativer Akt, den einen Körper zum Monument zu erheben – und den anderen nicht: “(…) ihn im Augenblick des Sieges oder der Niederlage, bewaffnet oder unbewaffnet, zu Pferd oder zu Fuß, bekleidet oder nackt, als einfache Porträtbüste oder vollständig von Kopf bis Fuß dar­zustellen – und ihn mit beständigen Materialien unverrückbar in den städtischen Raum einzubetten.“ (1) Skulpturen bieten im öffentlichen Raum keine Repräsentationsfläche für die Bevölkerung, vielmehr kreieren sie ein Konstrukt derselben. (2)

(1) Preciado, Paul B.: „Wenn Denkmäler stürzen“ (S.156 ff), in: arch+ Ausgabe Nr. 246, (Berlin, 02/2022) S.157
(2) vgl. ibid.