Monumente geben kein vollständiges und vielschichtiges Bild der dargestellten Persönlichkeiten und deren Taten wieder. Vielmehr wird ein manipuliertes, glorifizierendes Narrativ reproduziert. Negative Eigenschaften der Person, sowie von ihr verübte Verbrechen werden ausgeblendet. Ein differenzierter Blick auf die Person auf dem Sockel gestaltet sich bei der Betrachtung eines Ehrenmals darum schwierig. Selbst die visuelle Darstellung der Figuren bildet zumeist nicht die Realität ab: Es ist kein Geheimnis, dass die Gesichter der Statuen tatsächliche Abbildungen der geehrten Personen sind, für ihre Körper jedoch oft Vertreter*innen des Prekariats Modell standen. Diese Körper wurden “kopiert und gleichzeitig ausgelöscht,” denn sie erfüllten lediglich den Zweck von Sockeln für die Werte und Ideologien derer, die sie beherrschen. (1) Für den Autor und Aktivisten Paul B. Preciado steht darum fest: „Alle Denkmäler sind Lügen“. (2)

(1) vgl. Preciado, Paul B.: „Wenn Denkmäler stürzen“ (S.156 ff), in: arch+ Ausgabe Nr. 246, (Berlin, 02/2022) S.157 ff.
(12) ibid.