Das hierarchische Machtgefüge eines Staates stützt sich auf Narrative und Werte. Denkmäler verkörpern diese und durchdringen unsere Umwelt damit. Dies wird auch als „kognitive Gewalt“ bezeichnet, welche der Aktivist und Autor Paul B. Preciado als „sanfteste und ästhetisierteste“ Vorgehensweise zur Erhaltung der Machtstrukturen beschreibt. Sie seien, fährt er fort: „(…)Geister der Vergangenheit – Stein geworden, um Verehrung und Respekt, Ehrfurcht und Angst, Begeisterung und Gehorsam hervorzurufen.“ (1) Die Künstlerin und Aktivistin Daniela Ortiz formuliert, dass die rassistischen und kolonialen Narrative, die in Denkmälern, Straßennamen usw. eingeschrieben seien, den institutionalisierten Rassismus, wie Einwanderungskontrollen legitimierten und somit erst ermöglichen. (2)

(1) Preciado, Paul B.: „Wenn Denkmäler stürzen“ (S.156 ff), in: arch+ Ausgabe Nr. 246, (Berlin, 02/2022) S.157
(2) Santos Mateo, Juan José: “Anti-Colonial Monuments: An Interview with Daniela Ortiz” (2020); https://www.berlinartlink.com/2020/08/25/anti-colonial-monuments-an-interview-with-daniela-ortiz/ (letzter Aufruf 10.03.2023)